Marie Curie in New York City

Marie Curie: Women for Women

Wie die revolutionäre Wissenschaftlerin die Welt veränderte

3 Min.

© The Everett Collection

Maria Skłodowska – besser bekannt als Marie Curie – entdeckte nicht nur zwei neue chemische Elemente, sie ist bis heute die einzige Frau mit zwei Nobelpreisen in zwei Wissenschaften und war die erste Frau überhaupt, die in Frankreich ihre Doktorarbeit verteidigte. Zwar war die Pionierin in der Forschung der Radioaktivität keine klassische Feministin, trotzdem brachte sie die Emanzipation von Frauen voran und hat so zurecht einen Platz in unserer Artikelreihe verdient.

Man muss an seine Berufung glauben und alles daran setzen, das eigene Ziel zu erreichen.

Marie Curie

Frühes Leben

Marie Curie wird am 7. November 1867 als Maria Salomea Skłodowska im damals zu Russland gehörigen Teil Polens geboren. Sie ist die jüngste von fünf Kindern des Lehrerehepaares Bronisława und Władysław Skłodowski. Beide Elternteile arbeiten als Erzieher:innen und achten darauf, dass ihre Kinder eine vernünftige Ausbildung erhalten. Die junge Curie ist gerade einmal elf Jahre alt, als ihre Mutter 1878 an Tuberkulose stirbt. Der frühe Tod einer ihrer engsten Bezugspersonen hat einen tiefgreifenden Einfluss auf das Mädchen. Sie gibt sich von nun an dem Lernen und Forschen hin, zeigt in der Schule hohe Intelligenz und besteht 1883 im Alter von nur 15 Jahren ihr Abitur als Klassenbeste.

Pierre Curie und Marie Curie
© The Everest Collection

Der Weg nach Paris

Nach der Schule will Curie studieren, wird jedoch aufgrund der Tatsache, dass sie eine Frau ist, nicht an der Universität Warschau akzeptiert. Um die gewünschte Ausbildung zu erhalten, reist sie mit ihrer Schwester nach Paris. Dort schreiben sie sich gemeinsam an der Sorbonne ein, und Curie beginnt, sich Marie zu nennen, um französischer zu wirken. An der Sorbonne ist sie die erste Frau, die Physik studiert, und schließt das Studium 1893 als Jahrgangsbeste ab, danach beginnt sie, Mathematik zu studieren. Im Zuge eines Forschungsstipendiums lernt sie außerdem ihren späteren Ehemann Pierre Curie kennen, der ebenso wie sie ein ehrgeiziger, junger Forscher ist.

Bahnbrechende Entdeckungen

Im Sommer 1895 heiratet Curie ihren Pierre und bringt in den darauffolgenden Jahren zwei Töchter auf die Welt. Das Ehepaar ist weiterhin fasziniert von Physik und forscht deswegen gemeinsam weiter. Dann entdeckt Curie zwei neue chemische Stoffe: Polonium und Radium. Im Juni 1903 erhalten sie und ihr Mann den Nobelpreis in Physik für ihre Entdeckung. Das Nominierungskomitee lehnt es zuerst ab, eine Frau als Nobelpreisträgerin aufzunehmen, Pierre besteht jedoch darauf, dass die Erstentdeckung von seiner Frau gemacht wurde.

Portrait von Marie Curie auf einem alten polnischen Geldschein
© Janusz Pienowski

Tod und Einfluss

Einige Jahre später, im Jahr 1911, erhält die Physikerin einen zweiten Nobelpreis – diesmal in Chemie. Bereits vier Jahre zuvor war ihr geliebter Ehemann gestorben, Curie kümmert sich allein um die zwei Töchter, während sie sich weiterhin der Forschung widmet. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitet Curie daran, Geld für ein Radium-Institut zu sammeln, jedoch zwingen sie gesundheitliche Probleme in eine Art Vorruhestand. Am 4. Juli 1934 stirbt sie im Alter von 66 Jahren an einer durch Schädigung des Knochenmarks verursachten Bluterkrankung – vermutlich ausgelöst durch den langjährigen Umgang mit radioaktiven Elementen. Nach ihrem Tod wird ihre wissenschaftliche Arbeit mit zahlreichen Wissenschaftspreisen und -medaillen gewürdigt. Noch bis heute gilt sie als eine der einflussreichsten Wissenschaftlerinnen überhaupt.

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Tjara-Marie Boine ist Redakteurin für die Ressorts Business, Leben und Kultur. Ihr Herz schlägt für Katzen, Kaffee und Kuchen. Sie ist ein echter Bücherwurm und die

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