Foto von Aminata Touré

Women for Women: Aminata Touré

Die erste afrodeutsche und zugleich jüngste Vizepräsidentin im deutschen Landtag.

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Aminata Touré war nicht nur die erste afrodeutsche Vizepräsidentin eines deutschen Landtags, sondern auch die jüngste. Mit ihren heutigen 31 Jahren hat sie damit politisch schon einiges erreicht. Sie setzt sich mutig für eine bessere und schnellere Integration von geflüchteten Menschen ein, auch die Themen Gleichberechtigung und Antirassismus liegen ihr am Herzen. Das hat der Politikerin und Autorin nicht nur viel Zuspruch eingebracht, sondern leider auch Anfeindungen und Drohungen. Trotzdem kämpft sie unermüdlich weiter für eine bessere Welt für alle. Ein mehr als guter Grund um die Pionierin mit in unsere Artikelreihe aufzunehmen.

visionärin.

Als Tochter malischer Eltern, die nach dem Putsch in Mali in einem Flüchtlingslager in Deutschland Zuflucht suchten, erblickt Aminata am November 1992 das Licht der Welt. Eine Kindheit in ständiger Unsicherheit, ob ihre Familie in Deutschland bleiben dürfe oder nicht, prägt ihre frühen Jahre. Erst im Alter von zwölf Jahren erhält ihre Familie die deutsche Staatsbürgerschaft, wodurch ihre ständigen Sorgen um den Aufenthaltsstatus enden. In einem Interview reflektierte Aminata später über diese Zeit: „Meine Schwester wie auch ich sowie meine Eltern waren ständig in der Situation, darüber nachzudenken, okay, dürfen wir hier bleiben oder nicht?“ Die Angst vor der Abschiebung ihrer Familie und das Gefühl von Machtlosigkeit gegen Rassismus seien wichtige Gründe für sie gewesen, um sich später politisch zu engagieren.

Für Veränderungen zu kämpfen dauert seine Zeit und es ist manchmal frustrierend. Aber es wird halt nicht besser, wenn man aufhört.

Aminata Touré

wegbegleiterin.

Nach ihrem Abitur im Jahr 2011 studiert Aminata Politikwissenschaft und Französische Philologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Auch wenn sie schon in dieser Zeit politisch sehr interessiert ist, zögert sie zunächst, aufgrund von Berührungsängsten, einer Partei beizutreten. Schließlich beginnt sie jedoch, sich in der Grünen Jugend zu engagieren, und geht 2017 in den Schleswig-Holsteinischen Landtag. Dabei bleibt sie stets transparent und macht Politik somit auch für jüngere Menschen nahbar. Im Juni 2022 wird sie zur Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung ernannt, aufgrund dessen sie ihr Landesmandat niederlegt.

inspirationsquelle.

Inspirationsquelle. Neben ihrer eigenen Mutter, die Aminata und ihre drei Schwestern zu viel Selbstständigkeit aufzog, findet die 31-Jährige Vorbilder in Autor:innen und Politiker:innen wie Barack und Michelle Obama, Audre Lorde, James Baldwin und May Ayim. Was diese Personen eint, berichtet sie in ihrem 2021 erschienenen Buch „Wir können mehr sein. Die Macht der Vielfalt“: „Sie haben ihren Weg beschrieben oder sich für Themen wie Gleichstellung, Antirassismus und Demokratie eingesetzt.“ Genau in diese Fußstapfen will auch Aminata weiterhin treten und so eine Stimme für die Menschen sein, die oft überhört werden.

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Kultur-Redakteurin Tjara-Marie Boine bei der TIROLERIN
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Tjara-Marie Boine ist Redakteurin für die Ressorts Business, Leben und Kultur. Ihr Herz schlägt für Katzen, Kaffee und Kuchen. Sie ist ein echter Bücherwurm und die erste Ansprechpartnerin, wenn es um Themen wie Feminismus, Gleichberechtigung und Intersektionalität geht.

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