Ein Baum im Dienste der Schönheit: Die Birke
Die Birke schlägt seit jeher ihre Wurzeln in die Erde, um Haut und Haar auf himmlische Weise zu verwöhnen.
© Pixabay/Mirek-G
Text: Conny Pipal
Blättert man in der Geschichte der Birke, entdeckt man Erstaunliches. Dieser wahrlich außergewöhnliche Baum war einer der ersten seiner Art nach der letzten Eiszeit, als er in Europa Wurzeln schlug. Seine gewachsene Historie zeigt sich voll von Symbolen mit zahlreichen Verästelungen in die Botanik, die Kultur, die Gesundheit, die Schönheit, aber auch in die Mystik. Als bodenständiges Gewächs mit hoher Widerstandsfähigkeit lässt sie sich auch von überaus kargen Böden nicht beeindrucken. Das Pech der Birke zählt zu einem der ältesten Klebstoffe.
Helferlein der Natur
Man sagt die Birke sei ein Pionier, wenn es um die Nützlichkeit für die Menschheit geht. Bereits in frühesten Zeiten diente ihr Holz als Werkzeug und als Brennmaterial, ihre Rinde zum Schreiben und als Behältnis, ihr Saft als heilsames Getränk. Außerdem hat die Birke als Symbol für Neubeginn, Reinheit, Schutz und Fruchtbarkeit eine mythologische Bedeutung. So stand sie bei den Kelten für Erneuerung, die Germanen bezeichneten sie als heiligen Baum. Ihre Fähigkeit, sich anzupassen, wird in der Ökologie überaus geschätzt. Ihr Erkennungsmerkmal ist die weißlich gefleckte Rinde. Früher nutzte man diese elastische, wasserfeste, antibakterielle, reißfeste und biegsame Hülle des Stammes, um daraus Taschen, Schuhe, Teller, Dosen, Körbe und sogar Abdeckungen für Dächer zu fertigen
Birkenblätter sind ein wirksames Mittel zur Anregung des gesamten Stoffwechsels. -SEBASTIAN KNEIPP
Im ständigen Wechsel
Ihre Blätter verwandeln sich je nach Jahreszeit: Im Frühling sind sie hellgrün, im Sommer strahlen sie in einem kraftvollen Grün und im Herbst in einem leuchtenden Gelb. Seit jeher gilt ihr Saft, mild, leicht süßlich und frisch in seinem Geschmack, als Schönheitselixier dank den wertvollen Inhaltsstoffen
wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Zink, Mangan, Aminosäuren und Enzyme und Antioxidantien. Die entgiftende und entwässernde Wirkung schenkt einen klaren Teint, den Hautzellen Feuchtigkeit und stärkt Nägel und Haare. Bei regelmäßiger Anwendung als Gesichtswasser zeigt sich eine sichtbare Veränderung bei Hautunreinheiten, die Regeneration der oberen Hautschicht wird gefördert, Juckreiz gelindert und die Neubildung der Hautzellen angeregt.

Vielfältige Wirkungen
Selbst bei Krankheiten der Haut entfalten die Inhaltsstoffe mit ihren entzündungshemmenden Eigenschaften einen positiven Effekt. In Sachen Schönheit und in Form eines Tees genossen kurbeln die Birkenblätter die Entwässerung des Körpers an. Dies wiederum sorgt für wohltuende Entschlackung.
Der Haarwuchs und die Kopfhaut profitieren ebenso, sobald das Birkenwasser seine durchblutungsfördernden Wirkstoffe freigibt. Allseits bekannt wird es als Mittel gegen Haarausfall genützt, die Fettproduktion wird reguliert, die Schuppenbildung reduziert.
Rezept für selbstgemachtes Birken-Haarwasser:
Zutaten:
4 Esslöffel getrocknete Birkenblätter (oder eine gute Handvoll frische Blätter)
500 ml Wasser
Ein mittelgroßer Stängel Rosmarin
Zubereitung:
Die Blätter werden mit kochendem Wasser überbrüht. Danach 15-20 Minuten ziehen lassen und gleich abseihen. Die Flüssigkeit abkühlen lassen und in eine Sprühflasche füllen.
Anwendung:
Nach der Haarwäsche wird das Birkenwasser in die Kopfhaut einmassiert und nicht ausgespült.
Rezept für einen Birkenblättertee:
Zutaten:
4 Teelöffel getrocknete Birkenblätter oder
2 Esslöffel frische Blätter, die fein geschnitten werden
500 ml heißes Wasser (nicht kochend)
Zubereitung:
Die Birkenblätter werden in eine Tasse oder in ein Teesieb gegeben und anschließend mit heißen Wasser übergossen. Das Ganze etwa 10 bis 15 Minuten ziehen lassen, dann wird der Tee abgeseiht und warm getrunken. Bis zu drei Tassen am Tag trinken. Um den leicht herben Geschmack zu verbessern, kann man etwas Zitronensaft oder einen Löffel Honig dazugeben.
Achtung:
Der Tee ist nicht geeignet bei Ödemen durch Herz- oder Nierenerkrankungen oder bei Birkenpollen-Allergie.
Hautstraffendes Körperpeeling aus Birkenblättern:
Zutaten:
Zwei Handvoll junge Birkenblätter (trocken, nicht gewaschen)
15 Esslöffel brauner Zucker
2 Esslöffel feinkörniges Meersalz
150 Milliliter Mandelöl (auch Jojoba- oder Olivenöl)
Zubereitung:
Die Blätter mit dem Zucker und dem Meersalz im Mixer oder mit dem Pürierstab mahlen. Anschließend wird das Öl nach und nach dazugegeben, bis eine geschmeidige Paste entsteht.
Anwendung:
Das Peeling in kreisförmigen Bewegungen auf der Haut verteilen und danach sorgfältig abspülen. Diese Anwendung sorgt für glatte Haut und eine gute Durchblutung.
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