Chappell Roan

Women for Women: Chappell Roan

Alles über die queere Pop-Ikone

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Bei den renommierten Grammy Awards gewann Chappell Roan diesen Februar den Preis als beste neue Künstlerin – der Beweis, dass die Sängerin und Songwriterin gerade dabei ist, die Musikwelt im Sturm zu erobern.

Mit ihrer einzigartigen Stimme, auffälligen Bühnenpräsenz und mutigen Persönlichkeit gilt die talentierte Musikerin als neue queere Ikone der Popmusik – was angesichts ihrer Jugend im streng christlichen Missouri alles andere als selbstverständlich ist.

Midwest Princess.

Chappell Roan erblickte am 19. Februar 1998 als Kayleigh Rose Amstutz in Missouri als ältestes von vier Kindern das Licht der Welt. Ihre Eltern, eine Tierärztin und ein Krankenpfleger, schleppten sie und ihre Geschwister dreimal die Woche in die Kirche, und im Sommer verbrachten sie ihre Zeit in christlichen Ferienlagern. „Ich bin mit dem Gedanken aufgewachsen, dass es schlecht und eine Sünde ist, homosexuell zu sein“, sagte Chappell Roan letztes Jahr in einem Interview über ihre Kindheit.

You can take me hot to go.

Mit zehn Jahren begann Roan Klavier zu spielen, mit 13 trat sie das erste Mal öffentlich auf. Geprägt von Stars wie Katy Perry und Kesha lud sie ihre eigenen Songs auf YouTube hoch, was ihr schließlich mit 17 Jahren einen Plattenvertrag einbrachte. Den Künstlernamen „Chappell Roan“ wählte sie damals zu Ehren ihres Großvaters Dennis Chappell, dessen Lieblingslied „The Strawberry Roan“ war.

Frauen schulden euch gar nichts.

Chappell Roan

Red wine supernova, falling into me.

Trotz des frühen Plattenvertrags stand die junge Sängerin vor Herausforderungen. Nach der Veröffentlichung ihrer ersten EP „School Nights“ trennte sich ihr Musiklabel 2017 von ihr. Doch anstatt aufzugeben, nutzte Roan diese Zeit, um sich als unabhängige Künstlerin neu zu erfinden. Sie zog nach Los Angeles, nahm verschiedene Jobs an, um sich über Wasser zu halten, und arbeitete weiter an ihrer Musik. 2024 ging ihr Song „Pink Pony Club“ viral und auch ihr Album landete in den Top 10 der Billboard-Charts.

Good Luck, Babe!

Roan wird von ihren Fans für ihr Ausbrechen aus traditionellen Rollenbildern und ihre Songtexte gefeiert, die oft von Themen wie Selbstakzeptanz, queerer Liebe und persönlichem Wachstum handeln. Doch nicht nur ihre Musik, sondern auch ihre Auftritte sind eine einzige Performance der Freiheit: Ob mit Schweinenase-Prothese, riesigen Glitzerperücken oder Drag-Make-up – für Roan gibt es auf der Bühne keine Grenzen. Sie nutzt ihre Kunst, um sich auszudrücken. „Drag erlaubt es mir, mich frei zu fühlen und ich habe damit keine Angst, laut, queer und hyperfeminin zu sein“, so die Sängerin in einem Interview.

Dancing in West Hollywood.

2024 folgte schließlich eine Welttournee, die Roans wachsende Fangemeinde weiter festigte. Besonders ein Auftritt beim Lollapalooza-Festival in Chicago sorgte für Schlagzeilen: Mit 110.000 Menschen stellte sie einen neuen Publikumsrekord auf. Mit jedem Konzert, jedem Song und jedem Statement inspiriert die junge Sängerin eine neue Generation junger, queerer Menschen, die sich in ihr wiederfinden. Und eines ist sicher: Chappell Roan ist gekommen, um zu bleiben.

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Über die Autorin:

Kultur-Redakteurin Tjara-Marie Boine bei der TIROLERIN
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Tjara-Marie Boine ist Redakteurin für die Ressorts Business, Leben und Kultur. Ihr Herz schlägt für Katzen, Kaffee und Kuchen. Sie ist ein echter Bücherwurm und die erste Ansprechpartnerin, wenn es um Themen wie Feminismus und Gleichberechtigung geht.

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