(v.l.n.r) Sebastian Bezzel, Lisa Maria Potthoff und Simon Schwarz bei der Österreich-Premiere in Wien

Steckerlfischfiasko: Sebastian Bezzel, Lisa Maria Potthoff und Simon Schwarz im Interview

Der Eberhofer ist zurück

5 Min.

© Can Sonkaya

Wenn der Film ein bayerisches Gericht im Titel hat, wissen wir, was los ist: ein neuer Eberhofer-Krimi ist da. Humorvoll, skurril und chaotisch wie immer. Wir kehren zurück in das niederbayerische Niederkaltenkirchen, wo Franz (Sebastian Bezzel) wieder einmal mit einem Fall zu tun, der so gar nicht in seinen gemütlichen Alltag als Dorfpolizist passt. An seiner Seite sind natürlich Partnerin Susi (Lisa Maria Potthoff) und sein Freund Rudi Birkenberger (Simon Schwarz). Im Gespräch teilten sie mit uns, was es bedeutet, zum nun zehnten Mal in die Eberhofer-Rollen zu schlüpfen und wie das Ganze hinter den Kulissen so aussieht.

Im Gespräch mit dem Eberhofer-Cast

13 Jahre und 10 Eberhofer-Filme. Was ist das für ein Gefühl?

Sebastian Bezzel: Eine emotionale Melange aus Staunen, Dankbarkeit, Stolz, Freude & Spaß.

Lisa Maria Potthoff: Im Moment ist das ein schönesGefühl, weil wir unseren Film in Österreich und Deutschland einer großen Menge Fans präsentieren dürfen, deren Freude sehr ansteckend ist. Ich bin sehr dankbar.

Simon Schwarz: Vor 13 Jahren wurde ich gefragt, ob ich ein Casting für einen kleinen Fernsehfilm machen möchte. Nachdem ich den Film dann abgedreht hatte, dachte ich, das wars. Ich werde nie wieder etwas von diesem Film und dieser Rolle hören.

Szenenfoto aus "Steckerlfischfiasko" Rudi (Simon Schwarz), Franz (Sebastian Bezzel) und der Hund
© Constantin Film Österreich

Worauf freut ihr euch am meisten, wenn ihr wieder am Set zusammenkommt?

Potthoff: Auf die gemeinsame Zeit mit Simon, Sebastian und Ed. Das kreativ sein dürfen, spielerisch Dinge auszuprobieren, ohne Angst haben zu müssen, dass man sich lächerlich macht. Das ist für mich das Wichtigste in der Arbeit an einer Komödie.

Bezzel: Auf die Kollegen und das Team. Und auf unser tolles Catering.

Wie viel Raum bleibt euch beim Dreh für Improvisation und gibt es Szenen, die durch spontane Ideen entstanden sind?

Bezzel: Improvisation braucht es nicht (oder so gut wie gar nicht) weil das Drehbuch und die Dialoge so gut geschrieben sind. Ansonsten spiele ich ja den Franz, es ist also immer was auch von mir dabei. So oder so.

Schwarz: Die Dialoge sind sehr gut geschrieben, weswegen wir nur Kleinigkeiten austauschen. Der Autor kennt uns schon sehr gut und das hilft natürlich.

Welcher ist eurer Meinung nach der lustigste Eberhofer-Film?

Schwarz: Die Lustigkeit ist für mich bei dieser Reihe gar nicht unbedingt die wichtigste Kategorie. In der Komödie steckt ja immer auch die Tragödie. Einen Lieblings-Eberhofer hab ich eigentlich nicht.

Bezzel: Teil 1-10!

Welche Herausforderungen gab es bei den Dreharbeiten zu „Steckerlfischfiasko“, die sich von den vorherigen Filmen unterschieden haben?

Schwarz: Es war der erste Eberhofer, der ausschließlich Dialog-Szenen für mich hatte. Das war mal eine schöne Abwechslung zu in Jauche getaucht zu werden, oder mich sonst irgendwie quälen zu lassen.

Sebastian, wie empfinden Sie die Balance zwischen Humor und den ernsteren Momenten in der Filmreihe? Gibt es Momente, die Ihnen besonders nahegegangen sind?

Bezzel: Die ernsten Momente sind total wichtig, nur deshalb funktionieren auch die lustigen. Die Szene im 4.Teil (Grießnockerlaffäre) von der Oma, in der sie uns von ihrer Jugend und ihrer großen Liebe erzählt, gehört zu meinen liebsten Szenen in allen Eberhofer-Filmen.

Szenenfoto aus "Steckerlfischfiasko": Franz (Sebastian Bezzel) und Susi (Lisa Maria Potthoff)
© Constantin Film Österreich

Wenn Susi und Eberhofer ein Paartherapie-Buch schreiben würden, welchen Titel hätte es

Potthoff: Wie wäre es mit „Wie man sich morgens anschreit und abends trotzdem nebeneinander einschläft.“ Oder „Therapie für Leute, die keine Therapie wollen, außer, sie ist lustig.“ Oder „Knutschen oder k(n)eifen – die kleine Kunst der Eskalation zu zweit“. Oder „How to survive marriage in Lower Bavaria“ wobei Susi und Franz ja nicht verheiratet sind und sich der Franz auch nie auf ein Buchprojekt mit der Susi einlassen würde.

Mit Eberhofers Eigenheiten hat Susi immer wieder zu kämpfen. Gibt es eine Macke von Sebastian Bezzel, die Sie am Set besonders zum Schmunzeln gebracht hat?

Potthoff: Wenn Sebastian etwas nicht gut findet, aber es ist zu unwichtig, um sich darüber aufzuregen, höre ich von ihm oft ein: ja, mei. Ein typisch bayrisch, phlegmatischer Ausdruck, der resignativ etwas Ärgerliches zur Kenntnis nimmt. In diesen Momenten, finde ich, sind sich Sebastian und seine Rolle manchmal ähnlich. Das Leben so annehmen, wie es ist, wenn man gerade nix ändern kann. Sehr weise.

Susi ist eine starke Frau, die für sich selbst einsteht und sich nicht unterkriegen lässt. Wie bereitest Sie sich auf die Rolle vor und was können wir Frauen alle von ihr lernen?

Potthoff: Um die Susi zu spielen, ist das Tragen des Kostüms essenziell wichtig. Die enge Jeans und ihre High Heels zwingen mich sofort in die Susikörperlichkeit. Was können wir von ihr lernen? Susi kann, glaube ich, ganz gut mit Niederlagen umgehen und rappelt sich schnell wieder auf. Hat einen gesunden Lebenspragmatismus. Das bewundere ich an ihr.

Die Eberhofer-Filme haben eine treue Fangemeinde. Sebastian, wie nehmen Sie die Reaktionen der Zuschauer:innen wahr, und beeinflussen diese Ihre Arbeit?

Bezzel: Ich bin immer wieder überwältigt von der Liebe, die uns die Fans schenken. Gerade jetzt so kurz nach der Kinotour zu Steckerlfischfiasko bin ich noch ganz seelig und schwebe auf einer Wolke. Sie beeinflussen meine Arbeit insofern, dass ich sehr konzentriert und ernsthaft versuche weiterhin den Eberhofer so zu spielen wie bisher.

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