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Wie finde ich innere Balance?

Ruhe und Gelassenheit

4 Min.

© Unsplash/ Ayo Ogunseinde

Das Handy klingelt, wieder eine WhatsApp, eine neue SMS, die Mails warten auf Beantwortung, ständig sind wir vielen Außenreizen ausgesetzt. Und dann noch der Auftritt auf Social Media. Heute noch keinen Post hochgeladen, habe ich genügend Likes auf den letzten Post bekommen? Die letzte Story ist schon so lang her … Abends vor dem Schlafengehen sollten wir endlich zur Ruhe kommen, doch da locken Serien auf Netflix und anderen Channels bis in die frühen Morgenstunden. Ein schneller Blick noch ins Handy, bevor wir schlafen, all das stresst, macht uns unkonzentriert, nervös.

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Innere Balance finden

Die Tibeter:innen nehmen es gelassen. Für sie ist die Gelassenheit ein Geisteszustand, der für die Harmonie von Körper und Geist sowie für ein glückliches und erfülltes Leben wichtig ist. Tibetische Heilpflanzen waren überall in Asien beliebt. Mit dem Buddhismus kamen auch viele Schriften aus Indien, Nepal und China nach Tibet und prägten so die Entstehung einer eigenen Traditionellen Tibetischen Medizin (TTM). Ähnlich der ayurvedischen Medizin gibt es auch bei der tibetischen drei Hauptformen der Erkrankungen: Wind, Galle und Schleim.

5 Elemente und 3 Doshas

Die Tibeter:innen kennen fünf Elemente: Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum. Ein harmonisches Gleichgewicht zwischen diesen Elementen spielt für die Gesundheit des Menschen eine entscheidende Rolle. Insbesondere Ernährung und Lifestyle beeinflussen diese Balance.

Aus Sicht der TTM sind die Grundeigenschaften oder Grundenergien des Körpers aktive Verdichtungen der fünf großen Elemente und entsprechen den drei Lebenskräften, den Doshas, die auch aus dem Ayurveda bekannt sind. Diesen drei Doshas werden in der tibetischen Medizin auch drei Geistesgifte zugeordnet. Diese stören das Gleichgewicht und machen krank.

  • Lung, die Energie der Bewegung (Wind) steht für das bewegliche Element im Körper und im Geist, Sinneswahrnehmungen, die dynamischen, physiologischen Prozesse. Gift: Gier
  • Tripa, das Feuer des Lebens (Galle) steht für Wärme, Verdauung und Stoffwechsel. Gift: Hass, Zorn, Aggression, Neid
  • Beken, das flüssige Element (Schleim) steht für das Flüssige und Mechanische im Körper. Gift: Verblendung, Engstirnigkeit.

Befinden sich alle Grundenergien in Harmonie, ist der Mensch gesund. Kommt es zu einer Dysbalance in einem der Bereiche, können Krankheiten entstehen.

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© Unsplash/ Jeff Golenski

Dreifachbelastung, Multitasking & Überforderung

In unserer schnelllebigen Zeit müssen wir verschiedenen Aufgaben des Lebens gerecht werden. Leicht kommt es zu Überforderungen. Sich und den anderen Grenzen setzen, innere Ruhe und Gelassenheit zeigen und leben, stabil und ausbalanciert sein sind wichtige Voraussetzungen, um die Hürden des Alltags zu meistern.

Abgrenzung und Gelassenheit sind erlernbar

„Gelassenheit kann man als Fokussierung nach innen sehen. Die Voraussetzung dafür wäre, mit sich weitgehend im Reinen zu sein. Zum Erreichen von Gelassenheit ist es wichtig, Außenreize zu reduzieren“, erklärt MMag. Ludwig Widauer, Psychotherapeut in Wien und der Steiermark. Das Erzeugen von inneren Bildern oder Vorstellungen wie „Alles ist an seinem Platz“ kann dabei hilfreich sein.

„Gelassenheit ist Übungssache“, ergänzt Psychotherapeutin Monika Widauer-Scherf. „Mitunter kann eine einfache Übung, wie die, seine Füße auf dem Boden zu spüren, in sich hineinzuhören und zu reflektieren, welche Stimmung mich gerade beeinflusst oder von welcher Stimmung ich gerade angesteckt bin, helfen, wieder herunterzukommen und ruhiger zu werden“, sagt Widauer-Scherf.

Auch Grenzen zu ziehen gehört dazu. Wann hast du das letzte Mal „Ja“ gesagt, aber „Nein“ gefühlt? Oft fällt es einem schwer, sich abzugrenzen und bewusst „Nein“ oder „Ja“ zu sagen. Stehst du aus Sicht der Tibetischen Konstitutionslehre stabil und ausbalanciert auf dem Boden, dann sind auch deine Zu- und Absagen bewusster und deutlicher.

Ludwig Widauer: „Wichtig ist vor allem Vertrauen in eine positive Entwicklung und darauf, dass das Leben weitergeht und sich immer Lösungen finden werden. Nicht immer werden es die allerbesten sein, aber eine umsetzbare Lösung wird sich immer finden.“ „Selbst höchst aktive, temperamentvollere Menschen können Gelassenheit üben, sie ist bis zu einem gewissen Grad erlernbar“, ergänzt Monika Widauer-Scherf.

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© Unsplash/ Ahmad Odeh

Tibetische Kräuter und Gewürze

Gewürze haben in der Tibetischen Konstitutionslehre als natürliche Taktgeber eine lange Tradition. Um Gelassenheit zu erlangen, haben sich Kümmel, Muskatnuss oder Bockshornklee bewährt. Sie haben
erdende und verwurzelnde Qualitäten. Mehr Bodenhaftung erleichtert ihrerseits die seelische und körperliche Ausgeglichenheit – damit man auch in Phasen erhöhter Belastung ruhig und gelassen sein kann.

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