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Gicht: Mehr als nur Gelenksschwellungen
Deine Ärztin oder dein Arzt hat bei dir die Diagnose Gicht gestellt. Was nun?
© Pexels/ Ron Lach
Im Mittelalter als die Krankheit der Reichen und Maßlosen angesehen, weiß man heute, dass die Gicht eine Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis ist, die rund 3 % der österreichischen Bevölkerung betrifft. Sie ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der es akut zu höchst schmerzhaften Entzündungen der Gelenke kommt. Die Ursache dahinter ist eine über längere Zeit bestehende Erhöhung der Harnsäure im Blut. Als Auslöser dieser Entzündung gelten winzige nadelförmige Kristalle aus Harnsäure, die sich vorwiegend in den Gelenken ablagern können. Bei einem Gichtanfall schwellen Gelenke innerhalb weniger Stunden an und werden unglaublich schmerzempfindlich.
Doch Gicht ist weit mehr als nur geschwollene Gelenke – sie ist nicht nur eine Stoffwechselkrankheit aus dem rheumatischen Formenkreis, sondern eine Erkrankung, die sich einerseits akut als schmerzhafte Gichtattacke und andererseits chronisch als systemische entzündliche Krankheit äußert.
Was viele nicht wissen: Sie stellt einen signifikanten Risikofaktor für die Herzkreislaufgesundheit dar. Gicht ist mit einem, teilweise stark erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen* verbunden. Außerdem haben Gichtpatient:innen eine höhere Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von chronischen Nierenerkrankungen, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, krankhaftem Übergewicht und Typ 2-Diabetes.
Chronische Entzündung behandeln
Prinzipiell kann jedes Gelenk von einer Entzündung betroffen sein und dem damit verbundenen Gichtanfall. Akute Gichtanfälle treten häufig zu Beginn einer Harnsäure-senkenden medikamentösen Therapie aufgrund der Mobilisierung von Uratkristallen auf.
Zur Prävention von Gichtattacken ist es daher ratsam, zu Beginn der Langzeittherapie mit Medikamenten, welche die Harnsäure hemmen, eine medikamentöse Prophylaxe mit verschiedenen Medikamenten wie z.B. Colchicin einzuleiten. Bitte frage deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder den Rheumatologen/ die Rheumatologin um genaue Details der Behandlung.
Die Dauer bis zur Gichtanfallsfreiheit hängt von der Harnsäurekonzentration in deinem Körper ab, unter anderem
beeinflusst von deiner Ernährung aber vor allem von deiner Veranlagung zur Harnsäurebildung und -ausscheidung. Es kann mitunter Monate bis Jahre dauern, bis du keinen Gichtanfall mehr erleidest2. Daher ist es ausgesprochen wichtig, dass Therapie- und Prophylaxeempfehlungen deiner Ärztin/deines Arztes unbedingt befolgst, auch wenn nach Abklingen eines akuten Gichtanfalls keine Symptome auftreten.
Ernährung und Lebensstil adaptieren
Zu den Therapiesäulen zählen Ernährung und Lifestyle. Leider kommt die Behandlung der Gicht allerdings nicht allein mit diätischen Maßnahmen aus, denn eine Ernährungsumstellung schafft eine Harnsäuresenkung von maximal 16 Prozent – zu wenig für einen Therapieerfolg.
Die Ernährungsempfehlungen bei der Gicht wurden im Laufe der Zeit adaptiert. So wurde früher von Kaffee abgeraten, während er heute erlaubt ist. Noch immer gilt, dass Bier, auch alkoholfreies Bier für den:die Gichtpatient:innen tabu sein sollten. Aufpassen sollte man zudem insbesondere bei künstlicher Fructose, dem künstlichen Zuckerersatz, denn das steigert die Harnsäure. Ebenso sollten Wurst, Fleisch, Krustentiere und Muscheln nur in geringen Mengen genossen werden.
Günstig auf die Harnsäure wirken sich grüne Gemüsesorten und bei Obst Kirschen aus. Bewegung in moderater Intensität ein bis fünf Stunden wöchentlich wird von der Expert:innengruppe empfohlen. Und ganz besonders wichtig: Viel trinken! Empfohlen sind mindestens 2 Liter Wasser pro Tag.
Hier kannst du dir Ernährungsempfehlungen direkt downloaden.
*Mögliche Herzkreislauferkrankungen:
· Entzündung des Herzmuskelgewebes oder Herzbeutels
· Entzündung der Herzinnenhaut, überwiegend an den Herzklappen
· Erkrankung der Herzkranzgefäße
· Erweiterung der Hauptschlagader (Aortenaneurysma)
· Herzklappenerkrankungen
· Herzrhythmusstörungen
· Herzschwäche
· Schlaganfall
· periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)
· Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel
2) Haupt L. Gicht 2022. FAKTEN der Rheumatologie, 1/2022
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