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Gleich nach dem Aufstehen erstmal eine Tasse Kaffee, dann kann der Tag richtig starten! Was für viele von uns zur morgendlichen Routine gehört, sollten wir uns aber eigentlich lieber abgewöhnen. Denn Kaffee am Morgen ist nämlich nicht unbedingt die beste Entscheidung. Warum du dir deinen Koffein-Kick besser erst später holen solltest, erfährst du hier.
Kaffee am Morgen ist keine gute Idee
Ja, richtig gelesen! Wer bislang dachte, dass Kaffee am Morgen pusht und uns perfekt für den Tag vorbereitet, den müssen wir an dieser Stelle leider enttäuschen. Das braune Gold direkt nach dem Aufstehen zu trinken, kann stattdessen nämlich sogar den gegenteiligen Effekt haben und uns langfristig müder machen. Das hängt unter anderem mit der natürlichen Produktion von Cortisol zusammen. Ein Hormon, das dafür verantwortlich ist, uns morgens wach zu machen, um konzentriert in den Tag zu starten. Wenn wir allerdings gleich morgens Koffein konsumieren, bringt das unseren Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinander und wir fühlen uns im Laufe des Tages sogar noch müder. Aber warum ist das so?
Cortisol als natürlicher Wachmacher
Unser Cortisol- und auch Adrenalinspiegel erreichen am Morgen ihren Höhepunkt und helfen uns dabei, natürlich wachzuwerden. Das bedeutet, dass unsere Konzentration nach ausreichend Schlaf direkt in der Früh am höchsten ist, da unsere Speicher wieder voll aufgefüllt sind. Wir haben also quasi eine eingebaute Kaffeemaschine, die uns morgens ohnehin schon mit einem Energiekick versorgt. Zumindest dann, wenn wir unserem Körper die Zeit dafür geben.
Tun wir das nicht und greifen stattdessen direkt zur ersten Tasse Kaffee, unterbrechen wir den natürlichen Prozess des Wachwerdens und bringen damit gleichzeitig die Cortisolproduktion durcheinander. Der Cortisolspiegel wird durch Koffein zusätzlich erhöht und unser Puls und Blutdruck steigen, wodurch wir gleich morgens noch anfälliger für Stress werden können. Sobald der Cortisolspiegel wieder sinkt kommt dann das böse Erwachen – oder eben nicht. Das Ergebnis: wir fühlen uns schneller wieder müde und schlapp und schon muss die nächste Tasse Kaffee her. So entsteht ein Teufelskreis, der dazu führt, dass wir immer mehr Koffein brauchen, um uns wach zu fühlen.
Wann ist der perfekte Zeitpunkt für den ersten Kaffee?
Doch wann kann ich denn nun meine erste Tasse Kaffee trinken? Eine fixe Uhrzeit gibt es nicht. Experten und Expertinnen empfehlen aber, nach dem Aufwachen etwa ein bis eineinhalb Stunden zu warten bis wir zur Kaffeemaschine laufen. So hat der Körper genügend Zeit, natürlich in Schwung zu kommen, bevor wir später mit Koffein nachhelfen, um auch den restlichen Tag über konzentriert zu bleiben. Wir müssen also nicht komplett auf Kaffee verzichten, sondern uns stattdessen morgens in Geduld üben. Aber keine Sorge, wer das Warten nicht aushält, für den gibt es gibt zahlreiche Alternativen, die helfen können, den Tag energiegeladen zu starten, ohne sofort auf Kaffee zurückgreifen zu müssen.
Alternativen für Kaffee am Morgen
Ein Glas lauwarmes Wasser mit Zitrone kann zum Beispiel den Stoffwechsel ankurbeln und den Körper sanft wecken. Auch ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft oder leichte Dehnübungen können Wunder wirken. Für diejenigen, die nicht auf ein heißes Getränk verzichten wollen, bieten sich Kräutertees oder koffeinfreie Kaffeealternativen wie Getreidekaffee an. Und vielleicht hilft ja auch einfach der Gedanken daran den ersten Kaffee am Morgen im Büro zu trinken, um morgens schneller aus dem Bett und in die Arbeit zu kommen. Vorfreude ist ja schließlich die schönste Freude!
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