Dreharbeiten mit Philipp Hochmair

Hannes Schalle: Kosmopolit und Medienproduzent

Klappe auf für den Jedermann.

4 Min.

© H.Schalle/Moonlake Entertainment Rights

Hannes Schalle trägt sein Talent hinaus in die Welt, stellt Stars aus Film und Musik im besten Licht dar und hält Außergewönliches filmisch für die Ewigkeit fest.

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Philipp Hochmair schreitet durch das Salzburger Domquartier, gehüllt in einen blauen, barock anmutenden Anzug, wie gewohnt ohne Hemd, spricht über das Leben der Fürst Erzbischöfe und das Wirken Mozarts als angestellter Hofmusiker. Begleitet von klassischen Klängen taucht der aktuelle Jedermann tief in längst Vergangenes ein.

Diese Szenerie, produziert von Hannes Schalle, seines Zeichens Fernsehproduzent, Regisseur, Filmkomponist und Autor, lässt den Schauspieler diesmal in die Rolle des Erzählers schlüpfen. „Niemand weiß, dass das Domquartier der Aufführungsort der wichtigsten Mozartwerke bis zu seinem 25. Lebensjahr war“, sagt Schalle und ist wohl ein wenig stolz, dass Hochmair sein Werk „so Mozartisch, so voller Energie“ in höchsten Tönen lobt.

Alles festgehalten.

Dass der zehnminütige Kurzfilm erst im Sommer zu sehen ist, lässt, ob der preisenden Worte, eine erwartungsvolle Vorfreude aufkommen. Dass er Hochmair dafür bereits im vergangenen Herbst gewinnen konnte, liegt an der gemeinsamen Vorgeschichte. Diese begann kurz, bevor man den Darsteller zum neuen Jedermann kürte. „Vor seinem 50. Geburtstag rief ich Philipp an und sagte, dass ich eine Fernseh-Biografie von ihm machen möchte. Er stimmte zu und ich begleitete ihn auf seinen Lebensstationen bis zurück in seine Kindheit“, erzählt der Cosmopolit, dessen eigene Geschichte, seine grandiose Karriere, locker ein Buch füllen könnte.

Hochmair und Schalle über den Dächern von Salzburg mit Sonnenbrille
Im Ernst jetzt? Philipp Hochmair und Hannes Schalle über den Dächern von Salzburg. © Hochmair

Seine kreative Handschrift zieht sich über den Erdball, Fuß fasste der gebürtige Kärntner schließlich in Salzburg und drehte seit 2017 elf Dokus über die Mozartstadt. „Niemand hat so viele Filme über Salzburg gemacht wie ich. Dabei habe ich einfach alles festgehalten“, sagt er selbstbewusst.

Dass er hier lebt, sei reiner Zufall gewesen oder Bestimmung, man wisse es nicht so genau. Fakt ist, dass ihn sein Weg nach Stationen in London und Amerika vorerst ins Salzburger Landestheater als Substitut-Dirigenten führte. „Ich kam mit einem Fahrrad und dem alten Lederkoffer meines Großvaters hierher. Ich wohnte in einer sehr kleinen und dunklen Garconniere in Itzling.“

Job und Wohnung ließ der damals 26-Jährige dank Begegnungen mit Peter F. Doyle und dem damaligen Pressechef der Salzburger Festspiele Hans Widrich bald hinter sich. Er widmete sich lieber dem Filmmusikschreiben und zog in eine WG auf den Mönchsberg. „Peter Handke wohnte im Nebenhaus. An sonnigen Tagen saß ich mit Handke und Widrich auf der Terrasse, wir aßen Speckbrote und tranken Bier“, erinnert er sich lachend.  

Hannes Schalle hatte 1989 allen Grund, das Glas zu erheben.

„Es war ein entscheidendes Jahr für meine Weiterentwicklung“. Er schrieb die Titelmusik für den Heidi-Film von Michael Douglas, produzierte nach dem Tod von Herbert von Karajan die Filme über die Salzburger Festspiele und gründete mit einem Startkapital von 365.000 Schilling, die er für das Projekt „Wissenschaftler gründen Firmen“ bekam, sein erstes Unternehmen mit Standort Mönchsberg. „Wir produzierten 350 Musikvideos auf der ganzen Welt.

Mitte der Neunziger Jahre kam die Wirtschaftskammer auf mich zu. Ich sollte mithelfen, die Fachhochschule zu konzipieren. Ich war schließlich vier Jahre Rektor, bis ich wieder in die Privatwirtschaft zurückwollte, um nicht als Beamter in Pension zu gehen“, schmunzelt er.  Lieber pendelt er zwischen den internationalen Metropolen und der Mozartstadt und realisiert Projekte mit Weltstars wie Quincy Jones, Zucchero, Billi Joel, Joss Stone, David Foster, Babyface, Kelly Clarkson oder heimischen Größen wie Veronica Ferres, Hansi Hinterseer, DJ Ötzi. TV-Produktionen für Sender im In- und Ausland stammen aus seiner Kreativwerkstatt. 2005 initiierte der bekannte Medienmann den Salzburg Media Summit, eine alljährlich stattfindende Fachveranstaltung der Medien- und Filmwirtschaft Österreich.

Zu Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops folgen Schalle nicht nur Branchenvertreter, sondern auch prominente Gesichter wie Gerhard Zeiler, Roland Weißmann, Harold Faltermeyer oder Caroline Peters.  Im Juli spricht Summit-Initiator Schalle in der Salzburger Residenz über Medien im Umbruch, die Rolle von KI und Salzburgs Attraktivität als Medienstandort. Er ist eben stets am Puls der Zeit, auf seine ganz spezielle Art.

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